Masterarbeit: Architekturlaboratorien Lehre und Forschung im großen Maßstab

Abstract:

Universitäten unternehmen in ihrer Lehre Versuche in unterschiedlichsten Maßstäben, um Studierenden das Zusammenspiel von Konstruktion, Funktion und Gestaltung näherzubringen. Meist jedoch bleiben diese Versuche im Maßstab 1:50 bis 1:200, also prinzipiell in Schreibtischgröße. Nur selten bewegt man sich aus dem Atelier heraus und geht in einen menschlichen oder urbanen Maßstab, bedingt auch durch ökonomische und praktische Einschränkungen. Eine der Hauptkritiken gegenüber architektonischen Bildungseinrichtungen ist zumeist die Unfähigkeit, mit den pragmatischen Aspekten des Bauens umzugehen. Konstruktionsübungen sind hier eine ideale Möglichkeit, in einem praktischen Sinn zu lernen, ohne den Fokus auf den Entwurf zu verlieren. Neue Materialien, die der Architektur bis zu diesem Zeitpunkt fremd waren, und neue Konstruktionsformen werden durch den Nachbau und die Analyse alter Formen und in Experimenten mit diesen gefunden.

Diese Arbeit befasst sich in erster Linie mit der Analyse vorhandener Lehr- und Forschungslaboratorien, die bereits in einem großen Maßstab arbeiten, lehren und experimentieren, allen voran die französischen GAIA (Les Grands Ateliers de L´Isle d´Abeau). Darauf aufbauend soll für die benötigten Funktionen und Eigenschaften, die ein solcher Raum des Experimentierens mit großen Konstruktionen zu erfüllen hat, ein Anforderungskatalog erstellt werden. Wie kann man so ein Unterrichts- und Forschungslaboratorium herbeiführen? Wie können Universitäten und Lehr- und Forschungsanstalten gemeinsam Ressourcen nutzen?

In Kapitel „Permanente Laboratorien“ wird zunächst eine ausführliche Analyse von existierenden, an fixen Standorten installierten Forschungs- und Unterrichtszentren, die einen Schwerpunkt auf Konstruktion legen, durchgeführt. Der größte Teil dieser Analyse beschäftigt sich hierbei mit der Institution GAIA ((Les Grands Ateliers de L´Isle d´Abeau). Weitere Untersuchungen fokussieren sich auf den Autodesk Pier 9, San Francisco Bay, USA. Danach folgen Beispiele von temporären Laboratorien, bei denen ebenfalls im Maßstab 1:1 architektonische Formen produziert wurden. Beispiele sind hier das EASA (European Architecture Student Assembly) und Bellastock, Frankreich.

Untersucht werden im Analyseteil der Arbeit die Entstehung dieses Laboratoriums, sein primärer Zweck, sein Kontext und seine Verbindung mit der soziokulturellen Umgebung, seine Aktivitäten, Ausstattung, sein Standort in Hinsicht auf seine Anbindung zu Bildungseinrichtungen, Personalgröße sowie seine Philosophie im Bereich der Veröffentlichung und Verbreitung seiner Aktivitäten. Darauf aufbauend erfolgt eine Erarbeitung von Anforderungen, welche ein Lehr- und Forschungslaboratorium in Analogie zu GAIA in Österreich erfüllen sollte, um eine ähnliche Funktionalität zu erreichen. Hierbei werden ebenfalls die Erkenntnisse und Vorteile der weiteren analysierten Laboratorien in Betracht gezogen und aufgezeigt.

Zum Schluss wird anhand eines Entwurfs erarbeitet, wie ein solches Lehr- und Forschungslaboratorium im östlichen Teil Österreichs entstehen könnte. Es wird hypothetisch angenommen, dass mehrere Bildungseinrichtungen der Architektur, der Kunst und des Ingenieurwesens in Graz und Wien gemeinsam ein solches Laboratorium errichten möchten, um ihre Kooperation zu stärken und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Es werden daraufhin Möglichkeiten vorgeschlagen, wie die Institution die Region im soziokulturellen Sinn bereichern kann. Die Arbeit konzentriert sich also sowohl auf die Analyse der bestehenden Institutionen und die Möglichkeiten einer Analogie im österreichischen Raum, als auch auf die Frage, wie eine solche Einrichtung die Architektur von heute beeinflussen könnte und welchen Wert sie für Universitäten, Bildungseinrichtungen und den Standort haben würde.

Präsentation / Defensio mit Notizen:

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